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Wie alles begann ... (Text: by “Archie”)
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Endlich 18 und dank Führerschein Klasse 1, zumindest für mich mit meiner Honda Dax, die Chance der Schnapsglastechnik zu entkommen. Barney hatte bis dahin zwar noch keine Zweirad- Straßenpraxis, dafür aber genügend im Gelän- defahren, unserer damaligen Lieblingsbeschäfti- gung. Jetzt mußte natürlich sofort was größeres her, allerdings stark eingeschränkt durch den äußerst schmalen Schülergeldbeutel. Unter- stützung von zu Hause für so einen gefährlichen Unsinn = Fehlanzeige.
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So erstanden wir, Barney und Archie, anfangs der 70er Jahre den noch häufig auf den frän- kischen Bauernhöfen anzutreffenden “Zweirad- Müll“, quasi für ein Butterbrot. Ich eine BMW R 25/3 Bj. 54 (=Hartgummikuh: vorne fast starr und hinten schlecht gefedert) und Barney, mit einem Gang und zwei Takten weniger, eine DKW RT 250H Bj. 52 (etwa gleiche Fahrwerkseigenschaften). In wochenlanger Bastelarbeit wurden die Kisten wieder in einen, für unsere Verhältnisse, her- vorragenden Zustand versetzt. Diese Meinung wurde allerdings von den Korinthenkackern der damaligen Monopol- Organisation bei der § 21 Prüfung nicht sofort mit uns geteilt.
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So gravierende Mängel wie: die (serienmäßige!) Kante des vorderen Schutzblechs kann Per- sonen beim Überfahren verletzen, die montierte Rückleuchte hat nur ausreichende Funktion, wenn sie an einer Honda verbaut ist, der Rückstrahler sitzt 4,3 mm zu hoch, der überaus wichtige, über die Sitzbank verlaufende Halte- riemen fehlt (am Gepäckträger festhalten gilt nicht) und ähnliche Haarspaltereien machten einen erneuten Besuch bei den “Göttern in der Grube“ notwendig.
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Drei ziehen nach England: Fumus - Barney - Archie
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Nach dem Dornröschenschlaf in irgendwelchen Scheunen endlich wieder legitim auf der Strasse unterwegs, erwiesen uns die “Hühner“, wie wir sie damals nannten, zwei Jahre lang treue Dienste. Auf den unternommenen „Weltreisen“ zum Gardasee oder nach England / Schottland waren alle auftretenden Pannen mit ein- fachen Mitteln zu beheben. Rechts: Reparatur der DKW-Lichtmaschine (Kohlen) am Straßenrand auf dem Weg nach England
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Dann im Januar 1976 der große Durchbruch: Mein Vater schenkte mir, dank monatelanger Vor-Bearbeitung meinerseits, zum 20. Geburtstag eine nagelneue Honda CB 400 Four (heute noch in meinem Besitz! 130.000 km), 37 PS, 165 km/h, der Wahnsinn schlechthin!
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Der “Konter” von Barney ließ nicht lange auf sich warten: als Zeitsoldat mittlerweile “vermögend“ stand kurz darauf eine vier Jahre alte Honda CB 450 (45 PS, 175 km/h) mit 14.000 km vor seiner Tür. Damals ein echter “Renner”! Fahrwerk bescheiden, Bremsen bescheiden, aber ein super Motor!
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Bis 1981 haben wir einige Touren mit- einander unternommen. Die manchmal mitfahrenden Gummikühe (R 75/5 und R 90/6) unserer Kumpels haben wir seinerzeit eher verachtet, konnten sie doch trotz Mehr- leistung unseren relativ leichtfüßig zu fahrenden Hondas nicht, oder nur mit Mühe, das Wasser reichen. Wo kämen wir denn außerdem hin, solche technisch vorsintflutlichen “Altherrenhobel“ zu fahren!
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Ein guter Freund von mir, der in den 60ern und 70ern einige Tourenwagenpokale auf seinem Konto verbuchen konnte, hatte sich im Jahr zuvor eine BMW R 100R Classic Bj. 92 mit 44.000 km zugelegt. Auch heute ist seine Fahrzeugbeherrschung noch grandios, aller- dings nur bei vier Rädern unter dem Hintern. Die fehlenden zwei wurden ihm dann Anfang Mai zum Verhängnis. Rutschende Reifen im Grenz- bereich, mit dem Auto und dem nötigen Fahr- können normalerweise kein Problem, führen beim Motorrad im Allgemeinen zum Entfernen des Fahrers vom Gerät. Die Kuh hat bis auf den linken Sturzbügel die Situation klaglos überstanden, wohingegen ich an einem menschlichen Körper selten so viele Farben gesehen habe. Die Schnauze randvoll vom Motorrad fahren, fragte er mich, ob ich nicht jemanden wüßte, der so ein Teil haben wolle.
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Ich solle sie doch mitnehmen und eine Runde fahren, um zu sehen was alles kaputt sei. Gesagt, getan. Schon nach wenigen Kilometern wurde meine große Klappe über das altmodi- sche Bauernmotorrad (Käfertechnik etc.) immer kleiner. Dank Paralever-Schwinge, gutem Fahr- werk, zupackenden Bremsen, hervorragender Sitzposition, einem durchzugsstarken Motor und “eigentlich sieht sie doch gar nicht so schlecht aus“ war nach ca. einer Stunde ein Käufer für die Kuh gefunden, er saß bereits drauf! Auch Barney lernte dann ein Jahr später, nach zwanzig Jahren Motorrad-Reise-Pause, auf un- serem ersten gemeinsamen USA-Trip das Fahren mit dieser Kuh so zu schätzen, dass er sich daraufhin eine neue BMW R 1150R zulegte.
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Die Q-Rider waren geboren!
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